MARTINA WEIß

Filz-Fische mit Plastik-Bauch: Auf der Spur nach Plastikmüll

Es ist eine Minute vor Zwölf und wir sollten keine Chance auslassen, den Kindern die Auswirkungen unseres Plastik-Konsums zu verdeutlichen. Die Lehrerin Frau Gröger der 4. Klasse der Grundschule Dreveskirchen ist sehr aufgeschlossen für dieses Projekt. Selbstversuche werden den Plastikwahn in der eigenen Familie verdeutlichen: die Sammlung vom Plastikmüll eines Tages und einer ganzen Woche sowie auch Müll-Sammlungen im benachbarten Wald. Dieser Müll findet Verarbeitung zu verschiedensten Skulpturen: Plastik-Gürtel und Plastik-Kleid am lebenden Schulkind, geklebte Plastik-Hüte, selbst gefilzte Riesenfische mit offenem Plastik-Bauch und weitere selbst erdachte Kunstwerke der Schüler*innen.
Wir werden Plastik aus Duschgel herausfiltern und Versuche starten, um Mikroplastik aus dem Wasser zu extrahieren. Die Kinder werden ein Tagebuch zum Thema führen und mit ihren Eltern beim Einkauf die Produkte kritisch auswählen und dafür sorgen, dass Stoffbeutel o.ä. benutzt werden. Wichtig dabei ist mir, die Kinder zur Selbstverantwortung zu ermutigen, mit ihnen zu beraten, was jeder Einzelne tun kann, um Plastikmüll zu reduzieren. Zum Beispiel sind eine Klamotten-Tauschbörse und eine Kleidungs-Reparatur-Werkstatt der Viertklässler geplant, um Mikrofaser-Müll zu vermeiden, den jeder Neukauf eines synthetischen Kleidungsstückes mit sich bringt. Ein Dokumentarfilm zum Thema wird ein weiterer Weckruf für die Viertklässler sein. Die Skulpturen werden im Schulflur für alle Klassen ein sichtbares Zeichen sein.