Tagung

FachTagung - KUNST UND SPIEL
fächerübergreifende Formate und Anwendungen

Freitag, 18. November 2022 / Samstag, 19. November 2022 
Bürgersaal und Mehrgenerationenhaus Lübz

Inhalt und Zielsetzung

Die zweitägige Tagung stellt theoretische und praktische Beiträge zum Thema Kunst und Spiel in Bezug zum produktiven Lernen mit vielfältigen Anknüpfungspunkten im Schulunterricht vor. Das Spiel soll dabei nicht nur die Kreativität von Schüler*innen frühzeitig anregen, sondern die Lern- und Lehrkultur bereichern.

Am Freitag wird in drei Vorträgen das Schaffen kreativer Lernräume im Kunstunterricht aufgezeigt. Spielerische Vermittlungsformen wecken die Neugier und den Forscherdrang. Es geht um phantasievolles Lehren und Lernen mittels schöpferischer Prozesse, die eng mit den Künsten verwandt sind.

Durch den experimentellen Umgang mit Themenstellungen verschiedener Unterrichtsfächer wird nach spielerischen Wegen hinsichtlich des praktischen Lernens gesucht.

So wird in den Vorträgen der Nutzen unerwarteter Wege der Bildentstehung im Alltag aufgezeigt, mit Quoai ein kommunikatives Mathe-Spiel mit konkretem Zugang zum Zahlenraum vorgestellt und über künstlerische Experimente in den Fächern Physik und Philosophie gesprochen.

Der Samstag steht im Zeichen der praktischen Arbeit. Im Rahmen der Workshops werden auf spielerische Art und Weise fächerübergreifend Ansätze zum Kompetenzerleben als Individuum und in der Gemeinschaft thematisiert. Es werden beispielhaft ästhetische Ansätze zur Förderung von Schüler*innen dargelegt.

Am Ende eines jeden Blocks besteht die Möglichkeit des Austausches zwischen Künstler*innen und Pädagog*innen.

Programm

Vortrag von Astrid Brünner

Unsere Fähigkeit, Bilder zu erschaffen, ist fantastisch. Sowohl in Tagträumen als auch in der nächtlichen Variante, konstruieren wir mitunter ganze Welten, durch die wir uns hindurch bewegen können. Und Bilder auszudrücken, wussten schon unsere frühesten Vorfahren.

Alle Menschen gehen mit Bildern um, mal mehr mal weniger bewusst. Bilder helfen uns dabei, uns selbst und die Welt zu erkennen. Aber wann lassen wir uns von unserer Vorstellungskraft anregen? Wie können wir damit spielen? Und welchen Sinn macht das?

Unsere Bildkraft zu entdecken, ist ein Bewusstwerden über eine immense Ressource und es gibt unzählige Wege diese zu entwickeln. Beispiele aus dem künstlerischen Alltag werden im Rahmen des Vortrags vorgestellt. Sie handeln vom Visualisieren, von malerischen Begegnungen, von Experiment und Spiel mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln. Kleine praktische Sequenzen laden zum Ausprobieren ein.

 

Vortrag von Claudia Ammann

Bevor wir abstrahieren können, brauchen wir eigene konkrete und sinnliche Erfahrungen. So lernen wir alle, so lernt der Mensch. Kinder ganz besonders.
Das Erlernen des „Kleinen Einmaleins“ wurde und wird aber eher auf abstraktem Wege vermittelt. Im Prinzip sollen Kinder Zahlenkombinationen auswendig lernen, zu denen eigentlich der Bezug fehlt. An diesem Punkt setzt Quoai an und macht da etwas völlig anders: Quoai ist anders - Quoai macht Spaß. Warum ist das so?
Dieses Mathespiel ist mehrdimensional begreifbar – haptisch, sinnlich, konkret und sehr flexibel. Aus verschieden großen Holzklötzchen mit schlichten und schönen Symbolen gefertigt, ist es eine Freude, sie zu berühren und sich ausgiebig damit zu beschäftigen. Es bietet unterschiedlichste Möglichkeiten in den Herangehensweisen und wird so auch den verschiedenen Temperamenten und Lerntypen gerecht. Niemand bleibt außen vor.
Wenn einmal der Aufbau und die Funktionsweise des Spiels erklärt wurde, ist eine Anleitung durch Lehrpersonen kaum noch nötig.
„Wenn das Mathe ist, dann ist das jetzt mein Lieblingsfach“.......

 

Vortrag von Barbara Wetzel

Warum bildende Kunst in der kulturellen Bildung so effektiv ist. Wie wir mit viel Spaß Themen aus anderen Bildungsbereichen aufgreifen können. Wie Kunst besonders für Kinder und Jugendliche mit Begabung zum praktischen Lernen eine Verständigungsmöglichkeit bietet. Ein Vortrag über Gelingensbedingungen, Versuch und Irrtum mit vielen Beispielen aus der Praxis.

Fischli und Weiss` "Lauf der Dinge" fasziniert immer schon, Menschen lieben die Spannung fallender Dominosteine, sich langsam nähernder Rollen, Dampf entlassender Blasen. Die Berechenbarkeit von Aktion und Reaktion zieht uns in den Bann.

Dieser spielerische Ansatz kann uns Gelegenheit bieten, mit großem Vergnügen mit Kindern und Jugendlichen künstlerisch zu arbeiten, aber ebenso gemeinsam Themen anzusprechen, die die Wirkung des eigenen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft und ihre Reaktion und Rückwirkung auf unser eigenes Leben haben. Im Verlauf dient die Auseinandersetzung mit anderen zeitgenössischen Künstlern wie Roman Signer, Linneá Carlson und anderen zum Setzen neuer Impulse.

Dabei berühren wir Themen der Physik, der Mathematik und der Philosophie, können experimentieren und geraten nicht allzu selten an die Grenzen der Frustrationstoleranz. Versuch und Irrtum, wer könnte das besser lehren als Künstlerinnen und Künstler, die sich so oft mit offenem Ausgang, ohne Furcht vor Misslingen und vor dem Überschreiten von Fachgrenzen in den Bereichen der sieben freien Künste, zu denen auch Rhetorik, Dialektik, Grammatik, Mathematik und Geometrie gehören, tummeln.

Viele Beispiele aus der langjährigen kulturellen Bildungspraxis und Möglichkeiten zur Verknüpfung von Kunst und anderen Fächern werden aufgezeigt und erläutert.

Workshop von Claudia Ammann (max. 8 Teilnehmer*innen)

Das haptisch-visuelle Mathe-Material Quoai ermöglicht uns, von Kindern zu erfahren, was Zahlen für sie bedeuten. Aus dem Chaos von 100 umgeworfenen Holzklötzchen entstehen Skulpturen, Architekturen, Analysen.

max. 8 Teilnehmer*innen

Workshop von Barbara Wetzel (max. 12-14 Teilnehmer*innen)

Zeichnung auf Papier und Raumzeichnung aus Draht, Holz und Gewichten klären auf charmante Art und Weise Statik und Gleichgewicht.

Mit Papier und Bleistift und Zangen und Draht und verschiedenen Materialien, mit einem Seil durch den Raum und dem Balancieren von Holzstäben, einer Handvoll Mathematik, Küchenwaagen, der Technik von Mobiles und im Kontakt mit den wunderbaren Arbeiten von Calder machen wir uns auf die Suche nach Ausgewogenheit, Statik und Gleichgewicht. Oh, jetzt ist schon wieder alles umgefallen. Bitte bringen Sie Materialien, die Sie mögen, Federn oder Hühnergötter, Bleigewichte und Stäbe oder Räder aus Ihrer Materialsammlung mit. Es gibt aber auch genug merkwürdige Materialien vor Ort.

max. 12 - 14 Teilnehmer*innen

 

Workshop von Astrid Brünner (max. 15 Teilnehmer*innen)

Wir sind dafür gemacht, in Bewegung zu sein. Zu wenig Bewegung schadet nicht nur unserer Gesundheit, sondern erschwert auch bestimmte Entwicklungsprozesse. Außerdem brauchen wir den Kontakt zu anderen Menschen, gänzlich ohne leiblichen Kontakt fühlen wir uns auf Dauer nicht wohl.

In dem Workshop werden Methoden vermittelt, die dazu anregen, mehr Bewegung und Kontakt in den pädagogischen Alltag zu integrieren. Einfache Übungssequenzen, wie sie auch im zeitgenössischen Tanz praktiziert werden, helfen dabei, sich als Ganzes zu spüren und in Bewegung zu setzen sowie spielerisch Kontakt mit anderen

Teilnehmer:innen aufzunehmen. Teil der Veranstaltung sind verschiedene praktische Übungen zu Wahrnehmung, Entspannung, Balance, Kooperation und CoKreation. Das Angebot ist eine Einladung zu spontanem Spiel und Freude an der Bewegung.

Die Teilnehmer:innen brauchen keine Tanzerfahrungen. Bitte bequeme Kleidung mitbringen und dicke Strümpfe für warme Füße!

max.  15 Teilnehmer*innen

Informationen und Kontakt

Tagungsleitung
Andre van Uehm · T 01577 535 44 90 

Veranstaltungsorte

Freitag: Bürgersaal Lübz, Am Markt 23, 19386 Lübz

Samstag: Mehrgenerationenhaus Lübz, Schulstraße 8, 19386 Lübz / Bürgersaal Lübz, Am Markt 23, 19386 Lübz

* Es gelten die jeweils aktuellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen der Landesregierung MV.

Übernachtungsmöglichkeiten

Hotel Zur Eldenburg, Am Markt 13, 19386 Lübz, 038731 45900, , www.zureldenburg.de

Hotel Christine, Goldbergerstraße 4, 19386 Lübz, 038731 24219, , www.hotelchristine.de

Pension Zum Lindeneck, Eisenbeissstraße 29, 19386 Lübz, 038731 47350, , www.lindeneck-luebz.de

Fahrkosten und Übernachtung für die Pädagog*innen übernimmt auf Antrag das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V).

Fahrkosten und Übernachtung für die Künstler*innen übernimmt auf Antrag der Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK.

Verpflegung

Eine Verpflegungspauschale von 10 Euro (Suppe am Freitag, Kaffee und Kuchen plus warme und kalte Getränke) ist vor Ort in bar zu bezahlen.

Für Samstag ist ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant „Zur Eldenburg“ geplant.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich verbindlich bis Freitag, den 4.11.2022 bei dem Tagungsleiter Andre van Uehm an:

0157 7535 4490 /

Pädagog*innen aus MV melden sich zustätzlich auch über den IQ-MV an. Nur auf diesem Weg ist der Weiterbildungsnachweis des IQ-MV gewährleistet.

 

Presse- und Öffentlichkeitarbeit
Karin Schroeder