KAIRI UIBO-MÜGGENBURG

Das Hundertguldenblatt

Die Projektgruppe mit Schülern der Klasse 5 besuchte schon im November die Ausstellung von Rembrandt im Staatlichen Kunstmuseum Schwerin. Dort bekamen wir einen Eindruck wie zart, fein und klein die Radierung von Rembrandt war.
Zurück in der Schule im Hier und Jetzt richten wir uns zunächst eine Druckwerkstatt ein. Eine lange unbenutzte Druckerpresse dürfen wir wieder zum Leben erwecken! Wie immer habe ich einen großen Wollteppich und einen Koffer voller Bücher mit: Bücher, die mit Druckgrafik zu tun haben, Kunstbücher, Kunstnachschlagewerke, Kataloge – dort können die Schüler*innen stöbern, wenn sie grade keine Idee haben oder nicht an die Presse können. Alle Schüler*innen bekommen eine kleine Kupferdruckplatte und gestalten darauf im Kaltnadelverfahren eine lineare Zeichnung. So sind wir noch in der „edlen“ Welt der Druckgrafik – unsere Ausdrucksmittel sind Linie und Struktur, die Hell-Dunkel erschaffen.
Und dann drucken wir alles, was unter die Presse passt! Wir sammeln Verschiedenes aus der Schule und ich habe viele interessante Sachen in meinem Fundus. Diese „Abdrücke“ werden anders aussehen als das, was man auf die Platte gelegt hat: sie werden an etwas anderes erinnern und eine neue Geschichte entsteht.  Beim Drucken soll eine Dynamik entstehen, die einem modernen Märchen anmutet. Die anfangs kleinen Drucke werden zu einer großen Collage zusammengefügt – das Klein und Fein und Unauffällig wird Groß und Bemerkbar! Es kann je nach Geschichte aus goldenen Schokoladenpapieren ein Barockrahmen in Größe von mehreren Metern gestaltet werden oder ein collagierter Rahmen aus anderen Materialien. So lernen die Schüler*innen, was die Präsentation ausmacht und wie viel Arbeit diese macht. Die Schüler*innen lernen außerdem, welche Wurzeln die Druckgrafik hat und welche Gestaltungsmöglichkeiten sich in der Gegenwart bieten. Aus der Menge der Drucke können wir in der Schule eine Aktion für gute Zwecke zur Präsentation anbieten. Jede*r Schüler*in behält die Kupferdruckplatte und Drucke – in der Schule bleibt die Ausstellung hängen.