JÜRGEN WICHT + HANS-JOACHIM ULBRICH

Die Masse, die Gruppe, ich

EGO COGITO ERGO SUM – Ich denke, also bin ich. Die Masse, die Gruppe, Ich. Wer aber ist „Ich“? 

Jeder Mensch ist ein Individuum, etwas Einzelnes und gleichzeitig ein soziales Wesen, etwas Gemeinschaftliches. Jeder Mensch ist etwas Besonderes und etwas, das aus seiner Zugehörigkeit resultiert. Zum Beispiel aus der Zugehörigkeit zur weltweit und welthistorisch ältesten sozialen Kleingruppe: der Familie. Aber auch aus der Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen, Schichten oder Klassen. Alle diese Zugehörigkeiten können gleichzeitig existieren oder auch einzeln und für sich. Die (geschichtlich) neueste aller Zugehörigkeit ist die zu einer virtuellen Gruppe wie Facebook oder WhatsApp – aber ist das noch eine Gruppe? Wo ist mein Platz in all diesen Gruppen und wer legt ihn fest? Ist Gruppe Schutz oder bringt sie mich in ungewollte Situationen? Welcher Zusammenhang wirkt zwischen Kleingruppen, Gruppen und Massen?

Viele Theaterspiele beruhen auf dem Spiel mit und in der Gruppe. Diese Spiele sind der Ausgangspunkt für Spielszenen zum Thema. Wo führt mein Verhalten hin, was für Konsequenzen hat es? Spielerisch probiert man sich aus. Konkrete Themen dabei können sein: Mobbing in der Klasse oder Schule, rechtsradikales Milieu, Fridays for Future. Unterstützt, interpretiert, konterkariert durch assoziative dokumentarische Filmszenen aus der Geschichte und des aktuellen Geschehens. Nach dem ersten Tag werden 2 bis 3 Teilnehmer für die spezielle filmische Arbeit ausgewählt. Aus dokumentarischem Filmmaterial, Einzelszenen und Life-Szenen lassen wir gemeinsam einen Film entstehen.