JÜRGEN WICHT

Ich - Wir - Alle (3)

Erarbeiten von Szenen, durchspielen und reflektieren erlebter Situation. Alternatives Verhalten probieren, Rollenwechsel-Perspektivwechsel, ein Gefühl für Miteinander schaffen, Sprache schulen, sinnliche Wahrnehmung, Emotionen darstellen. Schauspielerische Mittel und spielerischer Umgang in Vorbereitung der Foto Story mit Dr. Hans-Joachim Ulbrich. 

Eine Geschichte wird auf einer Spielfläche entwickelt, inszeniert und gespielt, dazu eine Leinwand für zentral hinter den Spielern (Rückpro) mit bereits gedrehten oder kopierten Filmaufnahmen. Eine (mögliche) Geschichte: Eine Gruppe (möglichst reale Klasse der Schule) von Förderschülern, dabei ein/e Rollstuhlfahrer/in macht einen Ausflug per Bahn nach Rostock. Zwei der Schüler/innen sind bekennende Hansa-Fans (Klamotten, Schal, usw.). Ihre Erwartungen an den Ausflug werden während der Bahnfahrt auch kontrovers diskutiert. Die zwei Fans wären lieber zum Hansa-Spiel gefahren, müssen sich aber dem Gruppenziel, einem Besuch im Zoo (oder Ähnliches) unterordnen. In Rostock angekommen trifft die Gruppe auf eine größere Menge (Masse) von teils aggressiven Hansa-Fans. Aus dieser anonymen Menge heraus werden die Schüler diskriminierend beleidigt. Die zwei Hansa-Fans in der Gruppe fühlen sich sichtlich unwohl, wollen auch nicht von vielleicht Bekannten aus der Menge erkannt werden, schämen sich der Zugehörigkeit. Wie sie befürchtet hatten, erkennt sie einer aus der Menge heraus, tritt vor, beleidigt wiederum die Gruppe und schmäht seine beiden vermeintlichen Mit-Fans. Der verbale Schlagabtausch spitzt sich zu, die Gruppe verlangt von ihren zwei Hansa-Fans eine Entscheidung für sie oder gegen sie. Einer der zwei Hansa-Fans bekennt sich zur Gruppe, der andere beschimpft sie („Ihr seid doch behindert!“) und geht mit den pöbelnden Fans. Auf der Rückfahrt erfährt der in der Gruppe gebliebene die Solidarität der Mitschüler.